ZZ Top

Man möchte meinen, der Tag wäre nach neun Stunden im Bus und entsprechend später Ankunft so gut wie gelaufen. Pustekuchen. Unterkunft in bester Lage finden, Stadt erkunden (welche in diesem Fall Zadar heißt) und endlich mal wieder ein bisschen feiern gehen, schon hat man die Zutaten für einen rundum gelungenen Tag. Dafür habe ich es am nächsten Tag zur Abwechslung ganz ruhig angehen lassen. Tickets kaufen, Sonnen und Pizza essen waren noch die spektakulärsten meiner Tätigkeiten. 

Dann wieder Programm. Es ging zum Nationalpark Plitvicer Seen. Ich war hochmotiviert, die längste aller vorgeschlagenen Routen zu bestreiten. Doch nachdem ich ziemlich orientierungslos im Kreis lief und nach einer Stunde wieder am Eingang angekommen war, musste ich mich zwangsläufig mit einem kürzeren Weg begnügen. Da rennt man los und überholt dutzende Menschen, um sich gleich wieder hinten anstellen zu können. Und da wären wir schon beim ganz großen Manko dieser Unternehmung. Es sind so viele Besucher im Park, dass man gelegentlich auf den schmalen Holzstegen warten muss und keinen Meter vorwärts kommt, weil ja alle stehenbleiben, um ihre Selfies knipsen zu können. Hat das Erlebnis für mich schon ein ganzes Stück weit ruiniert, denn der Park mit seinen Seen und Wasserfällen ist wirklich wunderhübsch. Ist halt leider kein Geheimtipp.

Abends wieder in Zadar angekommen lauschte ich noch den Klängen einer sehr talentierten Ein-Mann-Band in der Altstadt. Ob mit oder ohne musikalische Untermalung, Zadars Atmosphäre hat mir ausgesprochen gut gefallen. Man spürt hier, dass der Ort nicht ausschließlich den Touries gehört, wenngleich diese in Massen vorhanden sind. 

Noch mehr Locals, absolut und im Verhältnis gesehen, gibt es selbstredend in der Hauptstadt Zagreb, wohin mich mein Weg als nächstes führte. Es gibt ja solche und solche Großstädte: Die aus der Kategorie „eine typische Großstadt wie jede andere“ und diejenigen, die man sympathisch findet, weil sie das gewisse Etwas haben. In Falle Zagrebs habe ich beide Meinungen im Vorfeld gehört, was es immer besonders spannend macht. Umso schöner ist es dann, wenn man feststellt: „Also mir gefällt’s hier. Keine Stadt wie jede andere.“ Erst allein und später gemeinsam mit den Zimmerkollegen unterwegs war es ein großartiger erster Tag in Zagreb und gleichzeitig der vorletzte in Kroatien. 

Am Tag vor der Weiterreise galt es nun noch die nächsten Schritte zu planen und möglichst alle verbliebenen Kuna an den Mann zu bringen, bevor in Slowenien wieder mit Euros bezahlt werden kann. War richtig cool in Kroatien. Bildhübsche Städte, eine malerische Küste und durchgehend Sonnenschein. Macht Sinn, hier Urlaub zu machen. Für meinen Geschmack ist aber zumindest zu dieser Jahreszeit zu viel los. Ich weiß, ich weiß, es ist das alte Lied aber ich singe es immer wieder gern. Wenn man Orte mit weniger Menschen teilen muss, kann man sie oftmals einfach mehr genießen. Aber genossen habe ich die Zeit an der Adria definitiv. 

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